newsletter

Über die Sammlung

Der Wiener Aktionismus von Günter Brus, Hermann Nitsch, Otto Muehl und Rudolf Schwarzkogler war Österreichs bedeutendster Beitrag zu den internationalen Postavantgarden der 1960er Jahre. Als Reaktion auf die Herausforderung des Abstrakten Expressionismus wurde von den Aktionisten die Malerei zum ereignishaften Kunstwerk erweitert und die gesellschaftliche Rolle und Funktion von Kunst und Künstler einer radikalen Analyse unterzogen.

 

In der stark sinnlich wirkenden Ästhetik des Wiener Aktionismus wird reales Material und vor allem der Körper als direktes, tabubrechendes und auch politisches Medium eingesetzt. Mit diesem Angebot einer intensiven Erfahrungsdimension ist der idealistische Wunsch nach subjektiven aber auch kollektiven psychohygienischen Ergebnissen verbunden. In den 1960er Jahren steht demzufolge nicht mehr die Malerei im Zentrum, sondern das ereignishafte und dramatische Kunstwerk.

 

Die Aktion in der jeweiligen individuellen Ausformung, sei es die schamanistische Körperanalyse bei Brus, die gruppenanalytische Selbstbefreiung Muehls, das umfassende Gesamtkunstwerk des Orgien-Mysterien-Theaters bei Nitsch oder das strenge synästhetische Erfahrungslabor Schwarzkoglers wird jedoch von einem umfangreichen bildnerischen, vor allem auch photographischen Werk gespiegelt. Diese Bildwelt des Wiener Aktionismus ist Entwurf, Ikone, Dokument, Annäherung, Indiz, Lesezeichen und setzt sich sowohl als Brennpunkt in den 1960er Jahren aber auch als repräsentativer Schatten der Aktion bis heute fort.

 

Die SAMMLUNG FRIEDRICHSHOF besitzt gegenwärtig die umfangreichste private Sammlung von Arbeiten der Wiener Aktionisten aus den 1960er und frühen 1970er Jahren. Darüber hinaus verwaltet, vermittelt und publiziert sie das Gesamtwerk Otto Muehls und unternimmt eine Reaktivierung ihrer Sammlungstätigkeit.

 

Die Sammlung wurde unter der Leitung von Theo Altenberg in den 1980er Jahren von der Aktions-Analytischen Kommune Otto Muehls zusammengetragen und nach dem Ende der Kommune im Jahr 1990 in eine Genossenschaft eingebracht. In langjähriger Zusammenarbeit mit Direktor Dr. Hubert Klocker hat sich die Sammlung auf der auch international sichtbaren Landkarte österreichischer Kulturinitiativen für zeitgenössische Kunst etabliert.

AUSSTELLUNGSRÄUME

 

Die SAMMLUNG FRIEDRICHSHOF präsentiert mit zentralen Werken und Dokumenten die grundlegende Phase des  Wiener Aktionismus zwischen 1960 und 1973. Besichtigung nach telefonischer Voranmeldung

+43 (0) 676–7497682 oder +43 (0) 660–2509538

 

Die von Architekt Adolf Krischanitz gestalteten Ausstellungsräume befinden sich rund 60 km südöstlich von Wien am Ort des ehemaligen kommunitären Lebensexperimentes, der heute in einer parkähnlichen Landschaft Wohnungen, Künstlerateliers, Sozialprojekte und ein Hotel mit Restaurant vereint.

 

Der  Friedrichshof liegt in der Region Neusiedler See und ist über die A4 (Abfahrt Mönchhof) zu erreichen. Neben den Ausstellungsräumen der Sammlung befinden sich in einer parkähnlichen Landschaft auch Wohnungen, Künstlerateliers, Sozialprojekt,  Hotel mit Restaurant sowie Spielplätze und Spazierwege.

STADTRAUM

 

Der  STADTRAUM im Galerienviertel Schleifmühlgasse ist die Dépendance der SAMMLUNG FRIEDRICHSHOF in Wien. Unabhängig vom Ausstellungsprogramm am Friedrichshof wird hier mit  PROJECT zweimal jährlich eine selbstständige Ausstellungsreihe präsentiert. Besichtigung zu den Öffnungszeiten von Di – Fr 14:00 – 18:00.

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte im STADTRAUM unter
+43 (0) 2147–7000–190

 

Photo © Lukas Roth