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26 Mai CAROLEE SCHNEEMANN

PRECARIOUS
26.05.–15.09.2013

Die amerikanische Künstlerin Carolee Schneemann (geb. 1939) gilt als Grande Dame der Performativen Wende. Konträr zu Tendenzen der Performances amerikanischer Künstlerinnen in den 1960er Jahren, die sich stark am Modern Dance (Yvonne Rainer) oder einem konzeptuellen Ansatz (Joan Jonas) orientierten, entwickelte sie aus der Kritik an der Malerei einen stark auf Materialwerte und den Körper als Ausdrucksfläche konzentrierten Kunstbegriff. Mit den frühen Performances Eye Body (1963) und Meat Joy (1964) sowie den Experimentalfilmen Fuses (1965) und Snows (1967) hat sie sich in die Geschichte der ins Ereignishafte erweiterten Kunst eingeschrieben und ähnlich den Wiener Aktionisten, den demonstrativ sexuell konnotierten Körper auch als emanzipatorisches und damit agitatorisch-politisches Instrument begriffen. Diese Position und Werke wie Interior Scroll (1976) haben Schneemann zu einer der prominentesten Künstlerinnen der feministischen Revolution gemacht, jedoch hat sie sich gegen die Vereinnahmung durch den dogmatischen, politisch korrekten Teil dieser Bewegung verwehrt. Der weibliche Körper ist in ihrer Kunst nicht nur im Zusammenhang mit Unterdrückung und Ausbeutung, sondern vielmehr mit seinen tabubrechenden und damit lustvoll-energetischen und emanzipatorischen Möglichkeiten zu sehen.

Photos © Sofia Goscinski